01.02.06

Über den Willen der Studierendenschaft hinweg, hat der Senat der Universität Bielefeld heute einen Beschluss zur Einführung von allgemeinen Studiengebühren in Form von Studienbeiträgen durchgewunken. Unter reger Beteiligung von etwa 3000 Studierenden wurde der relevante Tagesordnungspunkt im AudiMax diskutiert. Offensichtlich wurden die Stimmen von VertreterInnen der ProfessorInnenschaft und des akademischen Mittelbaus im Voraus mit Geldversprechen durch das Rektorat geködert.

Andere, an der Entscheidungsfindung beteiligte Statusgruppen, darunter die studentische Senatoren, wurden im Vorfeld durch gezielte Desinformation unter eklatanter Missachtung des hochschulpolitischen Usus’ gegeneinander ausgespielt. Als Reaktion haben sowohl AStA als auch Studierendenparlament den Rektor der Universität Dieter Timmermann einmütig zum Rücktritt aufgefordert.

„Die Abstimmung des Senats ist eine absolut scheindemokratische Farce und ein totales Armutszeugnis gegenüber den hochschulpolitichen Strukturen und dem erklärten Willen der Studierendenschaft.“, erklärt Ingo Bowitz, studentischer Senator. Auch VertreterInnen der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen stimmten gegen die Einführung der Gebühren. Die Reaktionen auf den Beschluss reichten von Ungläubigkeit über Empörung, bis hin zu blankem Entsetzen und überschäumender Wut. Der massive studentische Protest mündete in der Besetzung des Rektorats als spontanes, erstes Zeichen praktischen Widerstands gegen die getroffene Entscheidung. Zentrale Forderungen der BesetzerInnen sind der Rücktritt von Dieter Timmermann sowie die Aufhebung des Beschlusses.

Der studentische Dachverband fzs solidarisiert sich mit den Besetzerinnen und Besetzern. Er fordert Senat und Rektorat in Bielefeld auf, von der Gebührenerhebung abzusehen. Regina Weber, Vorstandsmitglied, erklärte dazu heute in Berlin: „Das Votum des Senats der Uni Bielefeld ist eine klare Absage an ein gebührenfreies Studium. Eine Mehrheit des Senats spricht sich für Studiengebühren aus und nimmt damit billigend in Kauf, dass viele Menschen künftig von einem Studium abgeschreckt werden. Deshalb stellen wir uns geschlossen hinter die protestierenden Kommilitoninnen und Kommilitonen in Bielefeld und fordern alle Studierenden bundesweit zu aktivem Widerstand auf!“




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