31.05.06

Koch will die Bildung in die Tonne treten. Studiengeühren kompostieren.

...und wir müssen sie auslöffeln.

Das blockierte Regierungspräsidium.

Manche Demos passen einfach nicht auf ein Bild.

Noch immer riskiert die Polizei Hundebisse. Ingesamt waren sechs Hunde anwesend.

Vor dem Stadtbüro wartet man auf die Freilassung der Festgehaltenen

Der besetzte Bahnhof
Am Mittwoch befanden sich ca. 7000 Demonstrierende in Gießen auf der Strasse um gegen Studiengebühren und gegen die »Unterrichtsgarantie+« zu protestieren. Die Organsatoren sprachen von "der größten Demo, die Gießen je erlebt hat." Neben Studierenden sind auch sehr viele Schüler und Eltern mit ihren Kindern am Demonstrationszug beteiligt. Weiterhin nehmen Ärzte (Marburger Bund), Gewerkschaften und Parteien an der Demonstration teil. Die SchülerInnen hatten an den größten Schulen vorher Vollversammlungen abgehalten und so massiv mobilisiert.
Eine Sprecherin von Verdi betonte, dass die "demokratischen Rechte jeden Tag aufs neue verteidigt werden" müssen. "Die Proteste in Frankreich waren gerechtfertigt und die Proteste hier sind es auch! Macht es den Franzosen nach!", so die Sprecherin weiter. Ein Redner vom AStA der Uni Gießen erklärte: "Die Proteste gehen weiter - auch wenn das Gesetz verabschiedet ist." Der Marburger Bund fordert eine "Bildungsflatrate für 0 Euro".
Desweiteren haben etwa 200 Demonstrierende das Regierungspräsidium belagert und mit einem Bauzäunen verbarrikadiert. Altes Obst flog gegen die Deutsche Bank und andere Gebäude.
Nach dem Ende der Demo zogen etwa 1600 Leute zur Kreuzung Berliner Platz und besetzten diesen. 600 Leute standen vor dem Stadtbüro und forderten die Freigabe von Festgenommenen. Diese waren in das Büro eingedrungen und wurden wegen Sachbeschädigung festgehalten. Nachdem ihre Personalien aufgenommen wurden kamen sie wieder frei. Als die meisten Studierenden freigelassen waren und die Polizei mit der Räumung der Kreuzung drohte zog man zum »Elefantenklo«, dem Fußgängerüberweg zur Einkaufsmeile. Nach kurzem Aufenthalt ging es durch die Stadt weiter zum Bahnhof. Obwohl die Polizei vor den Studierenden da war gelang der Durchbruch auf die Bahnsteige. Die Gleiße blieben diesmal frei. Trotzdem wurden die Züge auf unbestimmte Zeit verschoben. Als die Demo schon am auflösen war zog man doch noch weiter zum Autobahnabfahrt Gießen-West. Ein Durchbruch auf die Autobahn gelang jedoch nicht. Stattdessen zog man auf einem Zubringer in die Stadt zurück. Nach einer kurzen Blockade einer Kreuzung besuchte man die Anwaltbüros von Udo Corts und Volker Buffier, inkl. Kriegstanz. Auf dem Weg zum Berliner Platz belagerte man nochmal die örtlichen Burschenschaft. Am Berliner Platz wurde die spontane Demo gegen 21:00 Uhr beendet und der harte Kern zog zum CampusCamping.
Aufgerufen hatten zahlreiche Organisationen. Neben den ASten der Uni Gießen, der FH Gießen-Friedberg und der Uni Marburg riefen der StadtschülerInnenrat Gießen, der KreisschülerInnenrat Gißen, der Stadtelternbeirat Gießen, der Kreiselternbeirat Gießen, die GEW, die DGB-Jugend sowie Verdi auf. Auch aus allen hessischen Hochschulstädten reisten Demonstrierende an: Darmstadt, Frankfurt, Marburg, Wiesbaden und Fulda. Das gro der Studierenden kam aber aus Gießen.
Insgesamt hatte die Polizei die Demonstranten nicht im Griff, wie die Aktion am Bahnhof zeigte. Studentische Gruppen lösten sich immer wieder aus dem Zug und sorgten für ihre eigene Erweiterungen der Route. Sie kamen aber auch immer zum Zug zurück.
Eine gute Idee der Organisation war immer wieder auf der Strecke zu stoppen und Reden zu halten. Das kostet Zeit und blockiert so die Straßen länger. Gleichzeitig kann man den Zug wieder zusammenführen. Leider war der Wagen nur einseitig beschallt und die Demo zu groß. als das auch jeder etwas mit bekommt.
Die Demonstration zeigt aber auch, dass die Studierenden pro Woche mehrere Zehntausend Demonstrierende mobilisieren können. Die CDU-Landesregierung hingegen zeigt Reaktion auf die anhaltenden und erstaunlich großen Proteste. Sie will nun das Gesetzgebungsverfahren beschleunigen (wir berichteten). Die Opposition vermutet, dass die CDU die Proteste dadurch vermindern will.





