05.05.06
Wir dokumentieren an dieser Stelle einen Briefwechsel zwischen einem Mitglied des Hessischen Landtags und dem AStA der FH Frankfurt:
AStA FH Frankfurt
Danke Herr Corts für die soziale Selektion, die Studierenden der FH Frankfurt bekamen so eben auf dem Campus die schlechte Nachricht übermittelt. Sie waren schockiert und ratlos gegenüber dem Vorhaben der Landesregierung, ab 2007 Studiengebühren einzuführen. Gerade in Frankfurt sind die Lebenshaltungskosten so enorm, dass eine weitere Belastung durch Studiengebühren für viele nicht tragbar sein wird. Bei Aufnahme von Krediten müssen sich die Studierenden Verschulden und ihre Zukunft belasten, deren finanzielle Verhältnisse nicht ausreichen. Sie werden durch die anfängliche Verzinsung zwischen 5,1 bis 5,9% im Endeffekt mehr für das gleiche Studium bezahlen als Kinder reicher Eltern. Ist das soziale Gerechtigkeit nach ihrer Auffassung, Herr Corts? Spätestens bei der Landtagswahl werden sich Studierende und deren Angehörigen gegen die CDU entscheiden und ihr Wahlkreis liegt ja hier. Schade. Davor werden sie uns aber sicher noch oft genug mitbekommen. Überlegen sie sich gut, ob sie das wirklich wollen! danke Sören Steffe und Björn "Theo" Köhler (Hopo-Referenten im AStA FH Frankfurt)
Die Antwort von Gottfried Milde
Liebe Studierende der FH Frankfurt, finden Sie es wirklich sozial, dass sie auf Kosten der Arbeitnehmer (auch im Niedriglohnbereich) studieren, um hinterher deutlich mehr zu verdienen, als diejenigen, die Ihr Studium heute finanzieren ? Sehr sozial unsere Studenten heutzutage, wirklich!
Ausserdem muss das Darlehen nur dann zurückgezahlt werden, wenn ein entsprechender Verdienst nach dem Studium erzielt wird - das ist sozial! Ich finde, die Studenten sollten sich ihren Protest gut überlegen, wenn sie Verständnis in der Bevölkerung finden wollen.
Und die Antwort des AStAs der FH Frankfurt darauf
vielleicht ist es Ihnen entgangen, dass die FH Frankfurt keine Juristen ausbildet. Ein Diplom-Sozialarbeiter erhält leidglich BAT Vb, Architekten finden zur Zeit eh nur untertariflich bezahlte Stellen und Pflegewissenschaftler haben zur Zeit fast gar keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Ich als angehender Sozialarbeiter werde sicher nicht mehr verdienen als unser Herr Ministerpräsident (und der durfte auch gratis studieren). Und mit einem Vater im Öffentlichen Dienst hätten meinen Eltern auch nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung gestanden, mein Studium zu finanzieren.
Sicher gibt es den Super-Juristen, der von seinen Burchenschaftsseilschaften profitiert oder den BWLer, der in die Führungsebene einer Bank kommt (die dank der Landesregierung ja auch kaum noch Steuern zahlt). Aber das ist sicherlich der geringste Teil.
Eine differenzierte Sichtweise erscheint mir bei Ihrer Argumentation daher angebebracht. Meiner persönlichen Meinung nach hat diese Gesetztesreform nur ein Ziel: Ärmere Schichten am Studium zu hindern und denen, die eh genug Geld haben, noch mehr zuzuschieben.





