24.05.06

Der Präsident der Universität Marburg, Prof. Dr. Volker Nienhaus, hat den Studierenden, die seit Montag (22.05.2006) die Zentralverwaltung der Universität besetzt halten, ein Ultimatum bis heute (24.05.2006), 8.30 Uhr zur Nennung konkreter Forderungen gestellt, deren Erfüllung durch Nienhaus zur freiwilligen Räumung durch die besetzenden Studierenden führen würde. Das Gespräch zwischen dem Präsidenten der Universität, dem Kanzler (Dr. Friedhelm Nonne) und der Asta-Vorsitzenden Lena Behrendes fand am gestrigen Nachmittag (23.05.2006) in dem provisorischen Büro des Präsidiums in der Nähe des besetzten Hauptveraltungsgebäudes der Universität Marburg statt.

Studierende der Universität Marburg hatten das Gebäude der zentralen Universitätsverwaltung, in dem sich auch das Büro des Präsidenten befindet, am Montag (22.05.2006) nach einer Sitzung des Senats der Universität besetzt. In der öffentlichen Sitzung hatte Herr Nienhaus angekündigt, sich nicht dem Votum des Senats gegen die Einführung von Studiengebühren anzuschließen und die Meinung der Vertretung der gesamten Universität gegen die Einführung von Studiengebühren zu vertreten.

Herr Nienhaus kündigte für den Fall, dass keinerlei Forderungen gestellt werden oder er die Forderungen nicht erfüllen möchte den Einsatz von Polizei zur Räumung des Gebäudes an. Konkret sollen dann Studierende durch die Polizei am Betreten des Gebäudes gehindert werden. Zusätzlich wurde die Möglichkeit des Abstellens von Strom und Wasser in dem besetzten Gebäude angedeutet.


Die Versammlung der BesetzerInnen des zentralen Verwaltungsgebäudes der Universität Marburg hat ebendort am gestrigen Dienstag gegen Mitternacht als Antwort auf das von Herrn Nienhaus gestern (23.05.2006) an die BesetzerInnen gestellte Ultimatum folgende Forderungen aufgestellt:

Die Forderungen im Einzelnen lauten:

  • Herr Nienhaus tritt den Vertretungsanspruch der Universität bezüglich Studiengebühren an den Senat der Universität ab und erklärt dies öffentlich. Sollte Herr Nienhaus diese Forderung selber nicht erfüllen wollen, so kann sie auch durch eine Absetzung seiner Person durch den Senat erfüllt werden.
  • Herr Nienhaus erkennt die Besetzung der Zentralverwaltung als angemessenes politisches Mittel an.
  • Es wird eine studentische Repräsentanz im Präsidium eingerichtet.
  • Der Senat der Universität erklärt sich solidarisch mit den BesetzerInnen.

Die 350 anwesenden Studierenden nahmen den Antrag jeder einzelnen Forderung mit überwältigender Mehrheit an. Die Studenten verpflichten sich, bei der vollständigen Erfüllung aller Forderungen das besetzte Gebäude der Zentralverwaltung freiwillig zu räumen. Die Forderungen werden Herrn Nienhaus durch mehrere Vertreter der BesetzerInnen kurz vor Ablauf des Ultimatums am heutigen Morgen (24.05.2006) um 8.30 Uhr überreicht.

Das Plenum wurde mehrfach aufgrund eintreffender Solidaritätsbekundungen unterbrochen. Auch eine Delegation von Studierenden der Universität Giessen sicherte persönlich die Unterstützung durch die Giessener Studierenden zu. Ein mitgebrachter Kasten Bier und ein Kartoffelsalat sollte diese Verbundenheit symbolisieren.




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(Hans-Hermann Kersten)