02.06.06

Am Donnerstag Nachmittag fand von leichten Regenfällen begleitet der große Sternmarsch des Kasseler Bündnisses für gerechte Bildungs- und Ausbildungschancen statt. Von studentischen Seite aus wurde dabei wieder mit einigen kreativen Ideen, Parolen und auch Liedern gegen die von der Landesregierung auf den Weg gebrachten allgemeinen Studiengebühren demonstriert.

Der Demonstrationszug begann vor dem Hörsaal1, bewegte sich zunächst Richtung Katzensprung, um von der Hauptstraße dann wieder Richtung Stern abzubiegen, um auf diese Weise eine höhere Aufmerksamkeit sowie eine zeitlich verlängerte Route zu erreichen.

In Sichtweite des Sterns wurde der Zug dann auch schon lauter, und hatte dann am Könfigplatz endgültig Betriebstemperatur erreicht. Mit „Hüpfen gegen Studiengebühren“, etlichen Laola-Wellen sowie direktem Ansprechen von Zuschauern und Passanten hatten die Demonstrierenden ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit erreicht. Besonders beeindruckend, aber auch motivierend für alle Mitstreiter, waren zwei Renn-Einlagen auf der Königsstraße, wobei wir nach einem Hüpf-Countdown lautstark und Transpi-Schwingend durch die Kasseler Innenstadt rannten.

Einen bleibenden Eindruck hinterließ denn auch das Zusammentreffen mit dem Demonstrationszug der Schüler, Lehrer und Eltern. In dem Hexenkessel vor dem Rathaus konnte mensch sehr gut spüren, welches Potential in einem breit angelegten Bündnis liegt.

Anschließend redeten auf der Kundgebung die Vertreter der verschiedenen Gruppen des Bündnisses, also Eltern, Lehrer, Schüler, Azubis und Studenten. Die bis auf einen Fall durchweg positiven Reaktionen auf die Redner motivierten im Anschluss an die offizielle Demonstration etliche Teilnehmer zur einer spontanen Demonstration zum Haus des Kasseler Oberbürgermeisters Bertram Hilgen. Ziel der Aktion war das Einstecken von Protestflyern gegen Studiengebühren in den Hilgen-Briefkasten, was aber zum Teil von der Polizei unterbunden wurde. Eine immer kleiner werdende Gruppe Demonstrierender marschierte weiter durch die Kleinstraßen der Gegend um das Hilgen Haus. Dabei kam es schon wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei, diesmal jedoch erfolgreich mit Videos und Fotos festgehalten.

Dass der durchweg friedliche, sowie zugleich lautstarke und zielstrebige, Protest von vereinzelten Polizisten erneut mit Gewaltausbrüchen beantwortet wurde, enttäuscht den AStA der Uni Kassel über alle Maßen. Im Mittelpunkt solle trotzdem der Inhalt der Proteste stehen, und es wird alles dafür getan um nicht von der Polizei oder der breiten Öffentlichkeit kriminalisiert zu werden im Widerstand gegen Studiengebühren.




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(Stanislaw Jerzy Lec)