29.06.06
»Hitzefrei« tönt ertönt es regelmäßig, wenn SchülerInnen es im Sommer aufgrund der heißen Temperaturen nicht mehr aushalten. In den meisten Bundesländern wird Hitzefrei bei Temperaturen von ca. 40 Grad Celsius gegeben.
Nun hat das Kultusministerium des Saarlandes die Hitzefrei-Regelung abgeschafft. Ein Ministeriumssprecher hält das offenbar für eine gute Idee, denn man müsse ein Konzept der "verläßlichen Schule" bieten, bei der Eltern die Sicherheit hätten, dass ihre Kinder in der Schule betreut werden und kein Unterricht ausfällt, so der Sprecher gegenüber der "Saarbrücker Zeitung". Doch all zu hart wollen die alten Herren vom Ministerium, die in klimatisierten Räumen sitzen, auch nicht erscheinen. So dürfen bei Hitzefrei-Temperaturen keine Klassenarbeiten oder sonstige schriftliche Prüfungen stattfinden.
Die Landeselternvertretung Grundschulen mahnt dabei das an, was in den Kultusministerien wohl niemanden mehr interessiert. Ältere Gebäude seien schlecht isoliert. Bei starker Sonneneinstrahlung steigen die Temperaturen in den Klassensälen sehr rasant. Und schließlich: Die erst zu Beginn des Schuljahres realisierte Erhöhung der Klassenstärke trage ebenfalls dazu bei, dass die Luft in den Klassenräumen bei hohen Außentemperaturen relativ stickig ist.
Daher fordert die LEV-Grundschulen von den Schulträgern eine erneute Überprüfung der Bausubstanz an den Gebäuden. Klassensäle, wo extreme Sonneneinstrahlung erfolgt, sind mit Jalousien zu versehen. Klassenräume mit hohen Raumtemperaturen sind zudem mit Ventilatoren oder Klimageräten zu versehen. „Dabei könnten Arbeitsmediziner die Situation vor Ort überprüfen, Temperaturen ermitteln und Empfehlungen aussprechen“, sagt der LEV-Vorsitzende Jörg Dammann.
Ob die SchülerInnen nun wenigstens auf Kurzpausen freuen können steht in den Sternen.





