29.08.06

Am Mittwoch dem 22.08.2006 begab es sich, dass mehr als 20 Student/innen aus Frankfurt und Gießen in der Mainmetropole zusammenkamen, um, wie viele Studenten in ganz Deutschland, dem Vorurteil, der Widerstand würde in den Semesterferien einschlafen, zu trotzen und für ihr Recht auf freie Bildung auf die Straße zu gehen. Dem Vorbild des Lucky Streik’s 2003 folgend, spielten diese Aktiven “Sandkorn im Getriebe“.

Sie fuhren mit der U- Bahn fünf Kreuzungen in der Stadt an und blockierten diese kurzfristig mit Transparenten wie: „Für Solidarität und freie Bildung“ und dem Zitat des Art. 59 der hessischen Verfassung. Während dieser Blockade verteilten die Studierenden Flyer und Aufkleber an Autofahrer und vorbeilaufende Passanten.

Die Autofahrer wurden, nachdem sie die Handzettel erhalten hatten, durch die Blockade gewunken. Auch mit den Passanten kam es zu kurzen Gesprächen und somit wurden friedlich viele Menschen erreicht. Nach den jeweiligen Blockaden verschwanden die „Verfassungsschützer/innen“ in ihren, mit lustigen Codenamen ausgestatteten Kleingruppen in den Untergrund namens U-Bahn, um sich an der nächsten Kreuzung wieder zu treffen. Hierbei blieben sie von der Polizei bis zur vierten Kreuzung weitestgehend unbehelligt, mussten allerdings von zwei Streifenwagen und zwei weiteren anrückenden Kleinbussen bedrängt, die Flucht zur nächsten Kreuzung ergreifen. Obwohl kein Medienandrang herrschte, schaffte es die Aktion der Studierenden dreimal in den Verkehrsnachrichten erwähnt zu werden.

So haben nur ein paar Sandkörner im Getriebe viele Menschen erreicht und auf die Wichtigkeit freier Bildung und die möglichen Folgen der derzeitigen Bildungs- und Sozialpolitik der hessischen Landesregierung hingewiesen. Es ist also auch mit Wenigen möglich einen Beitrag im Kampf gegen Studiengebühren zu leisten.

Man muss nur ein kleines Sandkorn im Getriebe sein...




Dies ist die bundesweite Seite der Internetplattform von Uebergebuehr. Uebergebuehr beleuchtet Bildungspolitik kritisch und arbeitet außerparlamentarisch auf ein freies, demokratisches und emanzipatorisches Bildungswesen hin.

Wer also auf das Politische Mandat verzichtet, macht sich zum Sachverwalter der Autorität, akzeptiert das ihm zugewiesene Ghetto und bietet der Gesellschaft die Möglichkeit, die Universität nach Belieben zu manipulieren. Mit dem Lockruf nur und ausschließlich die Interessen der Studenten vertreten zu wollen, ziehen diese trojanischen Pferde als fünfte Kolonne der Obrigkeit in die studentische Selbstverwaltung ein, wo sie mit Bienenfleiß alles verwalten, ohne etwas zu ändern.

(Bonner AStA-Zeitung 66/67)