19.08.06

Kaum sind die Studiengebühren eingeführt, schon werden sie für Bauten an der Uni Wuppertal zweckentfremdet.

Minister und Rektoren schworen sich ein: Die Studiengebühren sollen die Qualität der Lehre verbessern und dienen keinem anderen Zweck. Außer der Grund ist so wichtig, dass sie doch dafür verwendet werden müssen.

Weil es zu wenig Raum für die Studierenden gibt, soll mit den Gebührengeldern ein neues Gebäude errichtet werden. Verständlich, denn an der Uni sollen sich 800 BWLer 340 Plätze teilen. Dabei kommt 2013 ein doppelter Jahrgang wegen der Verkürzung von 13 auf 12 Schuljahren hinzu. Zusätzlich kommen demnächst bundesweit die geburtenstarken Jahrgänge. Das kann nicht funktionieren. Aber Hochschulgebäude waren in der Vergangenheit eine Angelegenheit von Bund und Länder.

Der Rektor der Uni, Volker Ronge, bietet auch gleich eine Alternativlösung an: Das Problem sei die Verteilung der Studierenden und nicht die Kapazität. Darum fordert er höhere Zwangshürden für die Studierenden um eine bessere Verteilung zu gewährleisten. Einfach ausgedrückt: Eliteunis. Von besonderer Brisanz ist, dass er auch Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz NRW ist.

Berthold Paschert, Sprecher der GEW-NRW, sieht das differenzierter. Die Hochschulen bekämen nur 75 Prozent der benötigten Mittel für ihre Finanzierung. Sie seien so gezwungen einzelne Studiengänge zu schließen, wie zum Beispiel den Modellstudiengang Ökologie in Duisburg/Essen. Könnte dies einer der Gründe für die Einführung der Studiengebühren sein?

(fri)




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