06.11.06
Die Landeselternvertretung Grundschulen im Saarland (LEV) legt zukünftig größeres Augenmerk auf „Sicherheit und Gesundheit in den saarländischen Grundschulen“. In einem Brief an Bildungsminister Schreier fordert die LEV erneut die Einführung der 3. Sportstunde. „Die Erweiterung der Stundentafel durch eine Anhebung der Förderstunden wird von uns grundsätzlich begrüßt. Richtig organisiert mit ausreichend Personal tragen sie zur Qualitätsverbesserung bei. Wir sehen aber auch Nachteile in der langen Unterrichtszeit und fordern erneut die dritte Sportstunde bei den Grundschulen“, so der LEV-Vorsitzende Jörg Dammann.
Experten und Schulmediziner kritisieren Bewegungsmangel bei Kindern, gerade im Grundschulalter. Durch die Anhebung der Unterrichtseinheiten sitzen die Kinder nun noch länger am Platz, was eine stärkere Beanspruchung der Wirbelsäule zur Folge hat. Um Bewegungsmangel und Schäden an der Wirbelsäule vorzubeugen, sollte die Lehrer zudem zwischen jeder Unterrichtseinheit zudem kurze Pausen durchführen und mit den Kindern Bewegungs- und Dehnübungen machen. Dies fördert die Konzentration und kommt der Gesundheit zu gute. Die LEV-Forderung ist nicht neu. Leider wurden die Änderungswünsche, die in der LEV-Stellungnahme bei der Änderung des Schulordnungsgesetzes geäußert wurden, im neuen Gesetzestext nicht berück-sichtigt. In einer modernen Schule mit mehr Selbstständigkeit sollten auch die Anliegen der Betroffenen, d. h. der Schülerinnen und Schüler, der Lehrer sowie der Eltern eine Berücksichtigung finden.
Auch auf die LEV-Kritik, auf das Aufstellen von Mobilfunkantennen in der Nähe von Grundschulen und Kindergärten zu verzichten, wurde seitens der Landesregierung noch nicht reagiert.
In dem Schreiben an Kultusminister Jürgen Schreier fordert die LEV zudem, zu analysieren, an wie vielen Standorte mit W-LAN-Technologie in Computerräumen gearbeitet wird. Außerdem bittet die LEV um konkrete Erläuterungen, wie die Leistungsstärke bei dieser Technologie seitens des Ministeriums gemessen und überwacht wird, und welche Strahlungseinwirkung vorhanden ist.
Seriöse Studien und Aussagen von Wissenschaftlern, Ärzten und Baubiologen bestätigen, das beim W-LAN Einsatz, infolge der periodisch gepulsten Strahlung der Basisstationen und der Funknetzkarte im Rechner oder Laptop selbst, Gesundheitsgefährdende Strahlungen nicht auszuschließen sind. Deswegen erfolgen immer wieder explizite Empfehlungen, auf diese Technik in den Schulen zu verzichten. An deren Stelle sollte die zwar aufwendigere, aber dafür sicherere drahtgebundene Datenübertragung genutzt werden.
Unter dem Primat der 'Effizienzsteigerung' geschehen derzeit in den Schulen fast unbeachtet und unreflektiert Dinge, die früher zu regen Diskussionen und Aktionen geführt hätten. Oft ohne hinreichende Information und Beteiligung der Beschäftigten werden unter dem Deckmantel von 'Medienkompetenz', einer 'neuen Lernkultur' und eines 'besseren Unterrichts' wurden fast alle Schulstandorte mit dem Projekt „Grundschulen ans Netz“ mit Hardware ausgestattet. Gleichzeitig mit der Einrichtung dieser Schülerarbeitsplätze wurde und wird von Sponsoren und den Schulträgern jedoch eine neue Technik eingeführt, gegen die aus gesundheitlicher Sicht starke Bedenken bestehen.






