30.11.06

Landesastenkonferenz Baden-Württemberg beschließt Boykott

Die Landes-ASten-Konferenz Baden-Württemberg hat am heutigen Sonntag, den 26. November 2006 mit überwältigender Mehrheit einen landesweiten Boykott von Studiengebühren beschlossen. Damit wurden die seit Wochen an vielen baden-württembergischen Hochschulen laufenden Vorbereitungen auf Landesebene bestätigt.

Bei ihrer Sitzung in Tübingen sprachen sich die anwesenden Hochschulen einstimmig für den Boykott von Studiengebühren aus. Unter ihnen waren neben der "Elite-Uni" Karlsruhe (TH) auch viele kleinere Hochschulen wie die PH Ludwigsburg oder die Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.

"Damit haben wir jetzt auch ein offizielles Statement gegen die vom Land betriebene Abschreckungspolitik aus den Hochschulen", so Boris Bartenstein, UStA-Vorsitzender der Universität Karlsruhe. "Denn nicht nur der Blick nach Österreich, Großbritannien oder Australien, sondern auch die ersten Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen zeigen, daß Studiengebühren viele potentielle Studienbewerberinnen und Bewerber abschrecken."

An der Hochschule für Musik in Karlsruhe, der PH Freiburg und der Uni Freiburg ist der Boykott bereits beschlossene Sache, an den anderen Hochschulen sind die Planungen in vollem Gange. An den Universitäten Karlsruhe und Tübingen werden am kommenden Donnerstag Vollversammlungen stattfinden, auf denen auch in diesen Städten geklärt wird, in welchem Rahmen der Boykott vor Ort stattfinden wird. Dazu zählen Details wie die Funktionsweise eines Treuhandkontos oder auch die Höhe der Quoren, die für die Durchführung des Boykotts erreicht werden müssen. Denn sollten sich zu wenige Studierende an der jeweiligen Hochschule beteiligen, so wird das auf das Treuhandkonto eingezahlte Geld an die Hochschule überwiesen und die Einzahlenden sind damit zurückgemeldet. Werden die Quoren erreicht, so wird das Geld zurückgehalten und Verhandlungen mit dem Land aufgenommen mit dem Ziel, daß die Boykottierenden trotz der Zahlungsverweigerung immatrikuliert bleiben.

"Die Hochschulleitungen können es nicht verantworten, eine so große Zahl von Studierenden vor die Türe zu setzen, auch wenn einige Rektoren dies bereits androhen. Dagegen spricht eine Vielzahl von gesellschaftlichen und politischen Zielen, nicht zuletzt das Vorhaben des Landes, die Zahl der Hochschulabsolventen zu erhöhen." so Hermann J. Schmeh, stellvertretender Pressesprecher der Landesastenkonferenz.

"Damit haben wir als Studierende gemeinsam die Möglichkeit, die Einführung von Gebühren und damit ihre fatalen bildungspolitischen und gesellschaftlichen Folgen zu verhindern. Mit dem Boykott haben wir die konkrete Aussicht, die gesellschaftliche Ablehnung von Studiengebühren auch politisch durchzusetzen.", so Bartenstein abschließend.




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Die Dummheit der Kommunisten ist kein Argument gegen den Kommunismus

(Ronald Schernikau)