02.12.06

Am Freitag, den 1.12.2006 hat Bundespräsident Horst Köhler die Blindenstudienanstalt in Marburg besucht. In der vorab veröffentlichten Presseerklärung des Präsidialamtes hießt es, Horst Köhler wolle mit "möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen". Dieser Bitte sind ca. 200 Schüler der städtischen Schulen und der Blindenschule und Studierenden der Universität Marburg nachkommen. Das Ziel der Demonstration wurde nach Verhandlungen erreicht, es konnte eine achtköpfigen Delegation zu dem Bundespräsidenten vorgelassen werden. Diese acht Studenten sollten eine Gegenmeinung zu den acht handverlesenen Blinden vertreten, mit denen Köhler zuvor gesprochen hatte.

Die ca. 15 minütige Diskussion, in die sich leider auch immer wieder Roland Koch einmischte, kreiste um folgende Themen: Studiengebühren, Bildungsprivatisierung, die hessische Verfassung und "Unterrichtsgarantie plus". Köhler, der es vermied, bei Themen mit landespolitischem Charakter Stellung zu beziehen, stellte sich nicht prinzipiell gegen gegen Studiengebühren. Als er jedoch mit den Statistiken zu den Studienbeginnern in NRW und der Untersuchung des Deutschen Studientenwerks konfrontiert wurde, sagte Köhler zu sich der Problematik anzunehmen.

Auf die Frage, ob Studiengebühren ein Bruch der Hessischen Verfassung seien sagte Köhler, in der Verfassung sei auch die Todesstrafe erlaubt. "Dann muß man sie eben ändern, und zwar auf gesetzlichem Weg", so ein Zwischenruf des Vorsitzenden der Humanistischen Union Marburg, Franz-Josef-Hanke. Weder Roland Koch, noch Horst Köhler konnten etwas erwidern. Das Gespräch war damit beendet.

Während Horst Köhler bei den Protestierenden einen interessierten, aber erstaunlich uninformierten Eindruck machte, wirkte Roland Koch mit seinen unqualifizierten Zwischenbemerkungen bei der Diskussion inkompetent und nicht diskussionsfähig. Dementsprechend wurde sein zwischenzeitlicher langer Monolog schließlich von Kati Müller, Aktivisten des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren und Sozialabbau Marburg, beendet: "Wir sind gekommen, um mit Herrn Köhler zu reden, und nicht mit Ihnen, Herr Koch."




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Die Dummheit der Kommunisten ist kein Argument gegen den Kommunismus

(Ronald Schernikau)