30.11.06
Nach vorläufigen Ergebnissen ist die Zahl der Neueinschreibungen im Sommer- und Wintersemester 2006 gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent gesunken. Die StudienanfängerInnenquote, der Anteil der Erstimmatrikulierten an der gleichaltrigen Bevölkerung, fiel auf 35,5 Prozent (-1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr / -3 Prozent gegenüber 2003).
Mit dem Versprechen von sobezeichneten "sozialverträglichen" Gebühren wollten Gebührenbefürworter und Politiker die Akzeptanz von Studiengebühren steigern. Nun wurde ihre Rechtfertigungsrhetorik ein weiteres Mal mit Fakten Lügen gestraft. Selbst Wissenschaftsminister Pinkwart (FDP, NRW) musste vor einem Monat den Zusammenhang zwischen Gebühr und "Wegbleibeeffekt" einräumen. Sein eigenes Ministerium veröffentlichte, dass sich 3500 Erstsemester (-8 Prozent) weniger eingeschrieben hätten als im Vorjahr. Allerdings meint Pinki es handle sich "um ein vorübergehendes psychologisches Phänomen." Vielleicht hilft es, sich einfach 500 Euro mehr im Geldbeutel vorzustellen, um gegen dieses Phänomen anzugehen. Die Wiesbadener Statistiker haben im Gegensatz zum pinkwartschen Ministerium ein Minus von zehn Prozent errechnet - sind da die Zahlen des Ministers geschönt?
In Ländern, in denen Studiengebühren erst im kommenden Jahr fällig werden, oder noch gar nicht beschlossen sind, wurden auch Einbußen verzeichnet. An den Bremer Universitäten schrieben sich acht Prozent weniger ein, an Fachhochschulen sogar 12 Prozent. In Baden-Württemberg gibt es ein Minus von neun Prozent. Sachsen hat insgesamt 13 Prozent weniger StudienanfängerInnen, Sachsen-Anhalt 10 Prozent.





