05.12.06

1.000 Demonstrierende zogen durch die Stadt um gegen Studiengebühren, Unterrichtsgarantie Plus und Sozialabbau zu demonstrieren.

Mit dabei waren auch streikende SchülerInnen.

Vorbei an der Paulskirche, wo die erste freie Verfassung Deutschlands beschlossen wurde.

Beim Arbeitsamt wurde ein Banner entrollt mit der Aufschrift: "Standort. Standort über alles. Abschiebung, Verarmung, Überstunden und Elitenbildung dienen deutscher Wettbewerbsfähigkeit."

Die Polizei versuchte sich auch in einer Besetzung, scheitert im ersten Anlauf aber an der Entschlossenheit und der Kette der Demonstrierenden. Sie kommen später über den Hintereingang rein.

Die Demonstrierenden konnten sich besser geschützt fühlen als die gleichzeitig in der Stadt anwesenden Fußballfans.

Was ein Stück Brot alles anrichten kann: Polizeikette in Kampfstellung.

Unterwegs wurden auch diesmal Infos angeboten.

Hier endete der Durchbruchversuch zur Autobahn.

Alles in allem ein gelungener und entspannter Tag zum genießen.

Im Rahmen des Global Action Day for Education fand am 30.11.2006 um 14:00 Uhr am Campus Bockenheim eine Vollversammlung der Studierendenschaft statt. Der Global Action Day for Education ist ein weltweiter Aktionstag, der auf die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftsordnung und Benachteiligungen im jeweiligen Bildungssystem hinweisen soll.

Neber den Studierenden nahmen auch die SchülerInnen der streikenden Schulen Integrierte Gesamtschule Nordend (IGS) und Helmholtzschule teil. Die Lehrer der SchülerInnen setzen ihre Beamtenpflicht höher als den Verfassungsbruch an und blieben der Kundgebung fern. Redner von Studierenden, SchülerInnen, Gewerkschaften und Erwerbsloseninitiative riefen zu weiteren Widerstand gegen diesen Verfassungsbruch und der dahinter stehenden Politik auf.

Danach zogen 1.000 Teilnehmer demonstrierend durch die Innenstadt. Rufe der Polizei nach einem Verantwortlichen wurden ignoriert. Auf der Höhe des Römers sah man eine ältere Frau nach Luft ringend auf der Straße sitzen. Vermutlich hatte sie einen Kreislaufkollaps erlitten. Studierende kümmerten sich um sie.

Ziel das Zuges war die Agentur für Arbeit. Dort besetzte man das Treppenhaus und entrollte auf dem Dach ein Transparent mit der Aufschrift "Standort, Standort über alles". Redner betonten, daß es hier nicht um die Prekarisierung der Studierenden ging, sondern um die menschenverachtenden HartzIV Gesetze. Diese dienen nicht dem Allgemeinwohl der Gesellschaft, sondern nur der Wirtschaft. Für diese wird systematisch die Menschenwürde verletzt. Deswegen werden die Erwerbslosenverbände eine Klage vor dem Verfassungsgericht anstrengen. Die Aktion kam auch bei den Studierenden gut an. Jeder, der um die Ecke biegend das Banner sah, rief erstaunt und freudig auf.

Auch ein Vertreter der Agentur schloss sich dem Protest an. Er würde während seiner Arbeit sehen, daß Studiengebühren kontraproduktiv seien. Direkte Kritik an seinem Arbeitgeber äußerte er aber nicht, sondern bot lieber eine Beratung an.

Auf dem Rückweg zur Innenstadt kam es zu einem bedauerlichen Unfall: Statt geradeaus zur Konstabler zu laufen bog das Frontbanner überraschend Richtung Berliner ab. Eine motorisierte Polizistin versuchte sich daraufhin an den Demonstrierenden vorbei zu drängeln um sich wieder an die Spitze zu setzen. Als sie die erste Reihe erreichte gab sie Gas. Leider blieb sie aus unbekannten Gründen an einem Demonstranten hängen. Statt geradeaus zu fahren bog sie nach links, schoss direkt an den Demonstrierenden vorbei und prallte auf eine Fußgängerampel. Danach kippte die Maschine um und begrub einen älteren Mann unter sich. Demonstrierende halfen mit die Maschine zu bergen. Kurz darauf leistete ein DemoSanitäter Erstversorgung bis der Notarztwagen auftauchte. Andere Studierende leiteten die Demo um den Unfallort herum. Währenddessen stand die Polizei geschockt und hilflos daneben. Augenscheinlich war dem Mann dank einer rettenden Reifenbreite nichts weiter als eine Blessur zweier Finger passiert. Vorsichtshalber wurde er trotzdem ins Krankenhaus gefahren.

Der Grund für das abbiegen war ein Besuch des Bahnhofs. Diesmal eher aus Tradition, denn es fand kein Sturmlauf statt. Erst blieb man vor dem Haupteingang stehen, den die Polizei blockierte. Dann verzog man sich in eine Ecke des Bahnhofs. Dort fand sich ein offener LKW und ein Student verteilte "Brot für die Welt". Die Polizei fand's nicht lustig und nahm ihn fest.

Danach zog man weiter zur Messe um die Zubringer zu blockieren. Da sich die Polizei nicht im größeren Umfang blicken ließ versuchte man noch die Autobahn zu stürmen. Aber unter der Emser Brücke auf der Theodor-Heus-Allee hatte die Polizei Fangzäune errichtet. Nach einer Weile zog man die Straße wieder runter und schlug sich in die Seitenstraßen. Aber zu einem erneuten Versuch auf anderen Wegen fehlte die Motivation. Stattdessen zog man zum Campus Bockenheim und besetzte dort die Kreuzung bei der Bibliothek so lange, bis sich die Demo um 19:00 Uhr von selbst aufgelöst hatte.




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