26.01.07

Jeder macht seine Vorbereitungen: Die Chearleder proben ihre Figuren (wenn da mal nicht das Vermmungungs- und Uniformverbot gebrochen wird)...

... die Drummer die Rythmuszeichen...

...und die Clowns üben schonmal für das, wofür sie leben.

Andere machten klar, was in einigen Bundesländern zählt, aber nicht zahlt.

Dann ging's los und gleich in den Wanderkessel. Freie Meinungsäußerung muß überwacht werden.

Und die Blockade der Schiene wird vermutlich auch gleich mal den Studis in die Schuhe geschoben. Am Ende hätten sie ja noch über ihren eigenen Demoweg entschieden.

"Studiengebühren verbessern die Lehre dieser Universität"? Wenn das der einzige Grund zum zweifeln wäre.

Nachdem man sich in einer Gasse eine Schneeballschlacht geliefert hatte (der Reiz einer Winterdemo),...

... machte die Polizei klar, wie potent sie ist.

Das Bundesverfassungsgericht, wo im Namen des Volkes gerichtet wird, blieb für das Volk unerreichbar.

Am Freitag kamen laut Veranstalter 4.000 Studierende und Sympathisanten aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen, um gegen das Urteil des Verfassungsgerichtes zu demonstrieren (siehe Link). Die Polizei machte klar: Wir wollen hier Karls Ruhe, egal ob das rechtens ist.

Schon bei der Ankunft war klar, wie die Bevölkerung auf die Studierenden vorbereitet worden war. Am Bahnhof hing der Hinweis des Bahnhofsmanagement: Wer Krach macht fliegt raus und bekommt eine Anzeige. Entsprechend viel Polizei stand auch schon im Haus und komplementierte die Studis auf den Vorplatz. Eine Restaurantmanagerin schloß vorsichtshalber die Tür zum Versammlungsplatz der Studierenden ab. Es könnte ja was passieren. Am Versammlungsplatz selbst stand reichlich Polizei herum, als gelte es Strafgefangene auf den Weg zur Zwangsarbeit zu bewachen. Im Vorfeld sollten Banner über 1,5m verboten werden, vor Gericht einigte man sich auf 3m. Gekippt wurde Verbote wie Kapuzen und Schal um sich nicht vermummen zu können (In Karlsruhe hatte es gerade bei Minustemperaturen geschneit) und die Ablehnung des Versammlungsleiters (der sich für den Geschmack der Polizei anscheined zu genau mit den Gesetzen auskannte). Auflage blieb aber z.B. 100 Ordner, die mit Name und Adresse regestriert werden mussten. Ganz klar: Hier hatte jemand im Vorfeld für ordentlich Stimmung gesorgt und es war nicht die Bildzeitung.

Die Studis ließen sich davon nicht einschüchtern und zogen zusammen mit Gewerkschaftern, SchülerInenn, linken Parteien und guter Laune Richtung Kundgebungsplatz beim Verfassungsgericht. Auf den großen Kreuzungen kam es dabei immer wieder zu Pausen, so das sich die relativ kurze Demostrecke hinzog. Außerdem gab es noch eine Zwischenkundgebung. Gegen Ende der Demo entdeckten die Antifa eine Lücke in den Seitenstraßen und versuchte einen Durchbruch Richtung BVerfG. Die Polizei reagierte schnell und kesselte in der Straße. Allerdings kamen Demonstrierende vom Zug nach, so das ein Teil der Polizei ebenfalls gekesselt wurde. Man einigte sich nach Rangeleien und Schneeballwürfen auf einen Austausch der Gekesselten und ging gemeinsam zur Abschlußkundgebung.

Anschließend kam es zur Spontandemo. Manche blockierten gleich die Gleise der Straßenbahn und bewegten sich die nächsten zwei Stunden nicht mehr fort. Andere zogen erstmal um die Bannmeile des BVerfG, ohne eine Lücke zu finden. Anfangs hatte die Polizei sie noch unter Kontrolle, aber dann fanden man eine freie Seitenstraße. Von da an lief die Polizei nur noch hinterher und kesselten mehrfach das Ende des Zuges. Das (oder die Zwischensprints) dezimierte den Zug und schließlich löste er sich auf. Die anfangs noch so präsente Polizei war am Ende offensichtlich überfordert. Allerdings war auch kein Hubschrauber zu sehen.

Sie soll auch reichlich Getier aufgefahren haben und hat so mit schwerer Körperverletzung gedroht. Es soll aber keine schweren Zwischenfälle gegeben haben. Außerdem gab es laut Polizei 84 Platzverweise, ein "Rädelsführer" (der Sturm auf das BVerfG aufforderte) und ein Eisbrockenschmeiser wurden festgenommen. Außerdem sollen vereinzelt Straßenschilder und Autos demoliert worden sein.





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Ich wünsche Ihnen, dass Sie schnell Karriere machen und viele Männer abschleppen.

(Udo Corts, designierter ehemaliger Wissenschaftsminister von Hessen)