20.12.06

Die heutige Demonstration gegen Bildungs- und Sozialabbau am 20.12.06 wurde von einem massiven Polizeiaufgebot daran gehindert, die eigentlich Route zu laufen. Unbestätigten Berichten zu Folge beantragte die Darmstädter CDU eine einstweilige Verfügung, dass entgegen der vorher besprochenen Route nicht vor dem Parteibüro demonstriert werden darf. Dies wurde durch ein unverhätlnismäßig hohes, gewaltbereites Polizeiaufgebot durchgesetzt.

An der Demonstration beteiligten sich ca. 300 Studierende, der Verlauf war bzw. ist friedlich. Dennoch werden derzeit ca. 50 Studierende am Darmstädter Weihnachtsmarkt gekesselt. Es kam zu Schlagstockeinsätzen, Tritten und Beschimpfungen durch Polizisten. Die Studierenden im Kessel brauchen Unterstützung. Es wird in Kürze aktuellere Informationen geben.


Update1:

Ein kleiner Demobericht, Bilder folgen:

Auf dem Ludwigsplatz versammelten sich 300 Studierende, SchülerInnen und weitere. Es gabe eine Rede von einer Elterninitiative, die sich mit den Studierenden solidarisierte. Ein AStA Redner informierte anhand des Beispiels Henrico Frank den Umgang der Politik mit unliebsam Gruppen. Auch bei den Besuchern des anliegenden Standes gab es vorher positive Reaktionen: "Keine Ahnung wogegen die demonstrieren, aber endlich tut mal jemand was und läßt sich nicht alles gefallen!"

Vom Ludwigsplatz zog man am Schloßplatz vorbei, über den Luisenplatz zur Rhein-/Neckar.-Kreuzung. Dort wurde dann auch sofort mit verstärkter Polizei gekesselt. Wohlgemerkt auf der regulären Demoroute. Anscheinend gelten die Darmstädter Studierenden seit ihrer Autobahnbesetzung als potentielle Gewalttäter. In der Vorbereitung hatte es schon das Verbot gegeben vor dem Bahnhof zu demonstrieren.

Nachdem man ein Päuschen eingelegt hatte wanderte man mit dem Kessel Richtung "CD"U-Zentrale. Man kam erst wieder auf der Kreuzung vor der "CD"U-Zentrale stehen. Nachdem Unbekannte in der Nacht zweimal die Scheiben eingeworfen haben stand sie im Sommer monatelang unter Bewachung. Deswegen wollte die "CD"U wohl keine Demo vor ihrem Haus. Anscheinend ist es einfacher das Volk zu verbieten, als eine Politik fürs Volk zu machen.

Dort wurde der offizielle Teil beendet und die Spontandemo begann. Die Polizei öffnete einen Teil des Kessels, damit die Demonstrierenden abziehen konnten. Diese sprinteten um den Block herum, um die "CD"U doch noch zu erreichen. Selbstverständlich war auch diese Seite gut vor'm Volk beschützt. Also zog man lieber Richtung Innendstadt zum Wheinachtsmarkt.

Die Polizei fand das aber nicht gut und blockierte die Zugänge dazu. Mehrmals versuchten die Studierenden Lücken in der Fußgängerzone zu finden. Als es schließlich ein paar wenigen gelang durchzubrechen wurde der Rest entgültig gekesselt. Die wenigen schafften es zwar auf den Weihnachtsmarkt, könnten dort aber mangels Masse nichts Eindruckvolles ausrichten. Aber sie wurden offensichtlich erkannt, den einer der Passanten rief: "Mach kein Krawall, du Arschloch! Es sind Kinder anwesend!" Die Antwort: " Bitte nicht Fluchen, es sind Kinder anwesend." Dem Passant blieb erst mal nur Zähneknirschen und maulte später einen anderen an. Schließlich ging man zum Kessel zurück und forderte: "Laßt sie frei!". Demonstrierende und auch mancher Polizist amüsierten sich.

Update2:

Die Personalien der gekesselten wurden aufgenommen und dann aus der Innenstadt verwiesen. Das galt aber nur für politische Parolen. Eine Rückkehr zum unpolitischen Besäufniss auf dem Weihnachtsmarkt wurde gestattet.




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"Im Namen des Volkes", im Namen welches Volkes?

(Jürgen Peters)