21.02.07

Die Studierenden der Musikhochschule Karlsruhe haben beschlossen, den Boykott zu beenden und die 61.500 € Studiengebühren an die Hochschule weiterzuleiten.

„Da an den meisten anderen Hochschulen und Universitäten das erforderliche Quorum nicht erreicht wurde, sehen wir uns nicht mehr in der Lage, den Boykott länger aufrecht zu erhalten. Die Gefahr, exmatrikuliert zu werden ist ohne deren Beteiligung einfach zu groß“, so Dominique Anstett vom AStA.

Von Aufgeben kann allerdings nicht die Rede sein. Über 2.500 Klagen gegen die Zahlungsbescheide sind in Baden-Württemberg anhängig. Weiterhin werden auch die Studierenden der Hochschule für Musik Karlsruhe ihrem Protest gegen Studiengebühren Ausdruck verleihen und auf die negativen Auswirkungen des Gesetzes aufmerksam machen.

So ist es gelogen, wenn die Landesregierung behauptet, dass jeder, der Studiengebühren bezahlen muss auch Anspruch auf den zu unverschämten Konditionen angebotenen Kredit der L-Bank hat.

Die aktuelle Gesetzeslage bestraft so sogar zahlungswillige Studierende:

Jan Holthaus vom Institut Lernradio der Musikhochschule hatte den Kredit beantragt, weil er nicht selbst für die Gebühren aufkommen kann. Aber der Antrag ist abgelehnt worden. „Ich weiß noch nicht, wie ich die Gebühren für das kommende Semester bezahlen soll“, so Jan Holthaus, „und ich fühle mich von den offiziellen Aussagen der Landesregierung getäuscht.“

So wie Jan geht es allen Studierenden in Weiterbildungsstudiengängen, die auf den Kredit angewiesen sind.

Studiengebühren sind ein falsches Signal für eine zukunftstaugliche Bildungspolitik. Hier wird ein Weg eingeschlagen, der verheerende Folgen auf die wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Entwicklung haben wird.




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Freiheit setzt voraus, daß man auch über die materiellen Bedingungen der Persönlichkeitsentfaltung verfügt.

(Maunz/Zippelius)