02.03.07
Die Hochschule für Gestaltung und die Akademie der Künste beenden ihren Stuidengebührenboykott und leiten die Gelder des Treuhandkontos weiter auf die Hochschulkonten.
Obwohl die Quoren erreicht wurden, haben wir beschlossen die auf den Treuhandkonten befindlichen Gelder an unsere Hochschulen weiterzuleiten. Da die nötige Beteiligung an anderen Hochschulen nicht erreicht wurde, ist die Zahl der boykottierenden Studenten verhältnismäßig klein. Unter diesen Umständen können kleine Hochschulen nicht mehr eine Strategie verfolgen, die von einer Teilnahme tausender Studenten ausgeht. Ein Boykott an der Universität Karlsruhe mit 4.000 Studierenden hat weit mehr Aussicht auf Erfolg. Noch bis zum 23.3. können die Studenten auf das Treuhandkonto der Universität überweisen. Die hohe Anzahl an Boykottierenden wird dort als Absicherung gegen die Exmatrikulation funktionieren.
„Es besteht die begründete Sorge, dass die jetzigen Boykottierer als Bauernopfer exmatrikuliert werden, um die Studenten an der Universität Karlsruhe abzuschrecken“, so der AstA Vorsitzender der HfG, David Howoldt.
“Die Einführung der Studiengebühren ist und bleibt eine ungerechte, unsoziale und vor allem kurzsichtige Haushaltssanierungspolitik, weit entfernt von nachhaltiger Bildungspolitik im Sinne der Zukunft unseres Landes“, ergänzt Jakob Reinhart, Student der HfG Karlsruhe.
Wir werden uns auf anderen Ebenen weiter gegen die Politik von Minister Peter Frankenberg wehren.
„Gerade wegen der hohen Beteiligung von über 50 Prozent der Studierenden, die zahlen müssen, betrachten wir den Boykott nicht als gescheitert. Die Studenten haben durch ihre Beteiligung am Boykott eine klare Aussage getroffen, die auch bei weiteren Verhandlungen, etwa über die Verwendung der Gebühren, ausschlaggebend sein wird. Allerdings geht aus den bisherigen Gesprächen bereits hervor, dass nur ein Bruchteil des Geldes tatsächlich in die Lehre fließen wird. 10% - 30% der Studiengebührengelder gehen als Ausfallfonds an die L-Bank, es wird bei uns mit 10% Verwaltungsaufwand gerechnet. Durch den Wegfall der bisherigen Langzeitstudiengebühren fallen weitere 30 % der Einnahmen durch die Allgemeinen Studiengebühren weg. Es wir demnach weder viel Spielraum geben von unserem Mitspracherecht zur Gebührennutzung Gebrauch zu machen, noch werden Verbesserungen der Lehre zu erwarten sein“, so Andreas Arndt, AStA der Kunstakademie Karlsruhe.
„Wir prognostizieren, dass sich die Landesregierung durch Erhöhungen der Studiengebühr und das Aussetzen staatlicher Zuschüsse nun schleichend aus der Verantwortung für Hochschulbildungsfinanzierung zurückziehen wird, sodass Drittmittel notwendig werden. Daher ist zu erwarten, dass ökonomisch nicht verwertbare Fächer, für die sich keine Sponsoren finden lassen existenziell bedroht werden“, so David Heitz, Student der Kunstakademie Karlsruhe.





