29.05.07

Gebührenboykott im StudiVZ

Einen Tag nach der am 9. Mai stattgefundenen studentischen Vollversammlung an der Uni Kassel entstand im StudiVZ die Gruppe „Boykott gegen Studiengebühren in Kassel“. In kürzester Zeit konnte die Gruppe über eintausend Mitglieder zählen.

Das StudiVZ ist eine Internetplattform in der sich Studierende mit gleichen Interessen oder Lehrveranstaltungen vernetzen können. Mittlerweile erfreuen sich die Betreiber, dass nahezu jeder Student im StudiVZ angemeldet ist. Nun wird das StudiVZ auch genutzt um möglichst viele Studierende für den Boykott der Campusmaut zu gewinnen.

„Anlass zum Gründen der Gruppe gab uns die Vollversammlung und die anschließende Demo am 9. Mai in Kassel“, sagt Doreen Riebold, die zusammen mit einigen Kommilitoninnen und Kommilitonen die Gruppe gründete. Die studentische Vollversammlung in Kassel beschloss einstimmig den Boykott der anfallenden Gebühren und legte ein Teilnehmerquorum von mind. 22 Prozent fest. Zahlen demnach mindestens 22 Prozent der Kasseler Studierenden bis zum Stichtag die 500 Euro auf ein Treuhandkonto, statt an die Uni, verhandelt der AStA mit Hochschule und Landesregierung und fordert das Gesetz fallen zu lassen.

„Das macht Mut, die Gebühren doch zu verhindern“, so Riebold. „Voller Energie und Motivation haben wir uns nach der Demo Gedanken gemacht, wie wir möglichst viele Leute über eine gute Sache informieren sowie davon überzeugen können. Dabei hatten wir die Idee, den Weg über StudiVZ zu gehen und diese Plattform sinnvoll für uns zu nutzen. Nach der Gruppengründung haben wir zunächst alle betroffenen und uns bekannten Studenten in die Gruppe eingeladen, was uns in fünf Tagen knappe 250 Mitglieder gebracht hat. Das war uns noch zu wenig und wir fingen an wildfremde Leute der Uni Kassel einzuladen. Zum Beispiel alle Michaels, Alexanders, Luisen oder alle mit S. Außerdem werden alle Mitglieder zu Moderatoren ernannt, die dann auch Leute einladen können. Die Mitgliederwerbung funktioniert dadurch wie eine Art Kettenbrief und wie man sieht funktioniert es.“

Dass die Gruppenmitglieder auch tatsächlich boykottieren, davon ist die Lehramtsstudentin überzeugt: „Das Ziel der Gruppe ist es, so viele Leute wie möglich zu informieren, Drohungen des Ministeriums richtig zu stellen und von der Idee des Boykotts zu überzeugen. Deshalb denke ich, dass der Großteil der Mitglieder auch am Boykott teilnehmen wird.“ Sie sieht den starken Zuwachs als Stimmungsmesser für das nötige Quorum und freut sich, dass über 1000 Mitglieder in nur 15 Tagen gewonnen wurden.

Auch der AStA der Kasseler Uni zeigt sich sehr erfreut über den regen Zuspruch. Sebastian Böttger, Vorsitzender der Studierendenvertretung sagt dazu: „Der schnelle Zuwachs der Gruppe zeigt deutlich, dass der Boykott der richtige Weg ist. Nur so kann den Studierenden die Möglichkeit gegeben werden selbst zu entscheiden ob sie die Gebühren zahlen oder nicht. Ein Gesetz kann von der CDU-Mehrheit verabschiedet werden, es muss aber auch gesellschaftlich akzeptiert werden und das ist bei Studiengebühren nicht der Fall, wie der schnelle Gruppenzulauf beweist.“ Der AStA möchte bis Mitte Juni alle Rahmenbedingungen geschaffen haben, damit die Boykottierer schon früh die Möglichkeit besitzen die 500 Euro auf das Treuhandkonto zu zahlen.




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Ich wünsche Ihnen, dass Sie schnell Karriere machen und viele Männer abschleppen.

(Udo Corts, designierter ehemaliger Wissenschaftsminister von Hessen)