16.12.07
Am gestrigen Samstag demonstrierten in der Darmstädter Innenstadt 600 Menschen gegen Studiengebühren. Aufgerufen hatten ASten, StadtSchülerInnenRat, Elterninitiative und Antifa. Los ging es auf dem Luisenplatz mit einer Kundgebung mit einem Redner des AStA der Evangelischen Fachhochschule sowie des Aktionsbündnis gegen Studiengebühren. Der Zug setzte sich fortan in Bewegung, passierte den Weihnachtsmarkt, dann das neue Kongresszentrum "Darmstadtium" (in der Vorwoche wurde es unter Protesten eingeweiht) und bewegte sich auf das Verwaltungsgericht zu. Dort angekommen, wurde von einem Redner betont, dass, egal wie der Staatsgerichtshof über die Verfassungswidrig oder -mäßigkeit entscheidet, Studiengebühren abzulehnen sind. Die Antifaschistische Aktion wurde noch deutlicher: "Scheiß Verfassungsklage" - sie hätte die Dynamik aus den Protesten genommen und verhindere noch weitergehendere Kritik. Nach der Zwischenkundgebung ging es weiter in die Grafenstaße. Dort fanden einige Klopapierrollen ihre Bestimmung in der Dekoration von Strassenbahnoberleitungen. Abschließend bog die Demonstration ab, um den Abschlusskundgebungsplatz zu erreichen. Doch plötzlich bewegte sich die Menge und bog Richtung Luisenplatz ab. Dort wartete ein Wahlkampfstand der CDU, der innerhalb von Minuten beinahe freiwillig einpackte. Unter dem Schutz von Polizeihunden ohne Maulkorb wurden hastig ein physisch und psychisch geknickter Sonnenschirm und Bistrotisch eingepackt. Die Polizei hielt sich weitestgehend zurück, ließ es sich jedoch nicht nehmen, gesetzeswidrig von Anfang bis Ende Demonstrierende zu filmen. Auch der Staatsschutz demonstrierte übrigends fleißig mit. Alles in allem wieder ein schöner Jahresabschluss, der gerne wiederholt werden darf. Und zu guter Letzt: wer denkt, bei einer Demonstration gegen Studiengebühren seien "nur" 600 Leute zu wenig, der vergisst, dass bundesweit noch nicht einmal eine einzige Demonstration für Studiengebühren stattfand.





