07.07.06

Nach der gestrigen Demonstration "Für freie Bildung und gesicherte Arbeitsverhältnisse" in Frankfurt am Main blockierten einige hundert Studierende die A66.

Etwa 220 dieser Studierenden wurden ab 16.30 Uhr von der Polizei mit zum Teil brutalen Maßnahmen zusammengetrieben, festgesetzt und verhaftet. Nach stundenlangem Warten in großer Hitze und ohne die Möglichkeit, eine Toilette aufzusuchen, wurden die Demonstrierenden in Gefangenentransporter gesperrt und manche stundenlang durch Frankfurt transportiert, da die Polizeikräfte total überlastet und augenscheinlich überfordert waren.

So kamen viele Inhaftierte erst am nächsten Morgen ab 1.30 Uhr aus der Haft, einige erst nach 3 Uhr. Die Festgenommenen mussten teilweise in "Käfigen" unter freiem Himmel der Dinge harren - und auch überzogene Maßnahmen, wie Leibesvisitationen und mehrfache Personalienüberprüfungen, über sich ergehen lassen.

"Die Reaktion der Polizei ist absolut unverhältnismäßig – wir verurteilen daher das Vorgehen der Polizei aufs Schärfste", kommentierte die Marburger AStA-Vorsitzende Melanie Micudaj die Geschehnisse.

"Studierende, die sich gegen die Zerstörung ihrer Lebensperspektiven durch die Landesregierung zur Wehr setzen, werden hier von dieser brutal eingeschüchtert. Dies ist absolut inakzeptabel!", so Micudaj weiter. Der stellvertretende Marburger AStA-Vorsitzende Juko Marc Lucas verteidigte die Studierenden: "Mit ihrer Ignoranz forciert die Landesregierung erst derartige Aktionen seitens der Studierenden". Er selbst setzte sich bis in die frühen Morgenstunden für die Freilassung der Inhaftierten ein.




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Wir wollen uns völlig klar darüber sein, dass der Nationalismus ein Laster ist. Wir meinen mit ‚Nationalismus‘, jede übergebührliche Betonung der Nationalität… Der Nationalismus ist ein Laster, weil er sein Augenmerk auf vergleichsweise belanglose Dinge lenkt… und dabei das Wesentliche übersieht, das einfach darin besteht, dass er (jeder Mensch) ein Mensch ist. (…) Was macht es schon aus, dass ich Englisch spreche und jemand anders Deutsch, dass meine Haut weiß ist und die eines Negers schwarz ist, dass ich Jude bin und mein Nachbar anderen Glaubens… Lasst uns denn im Namen der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes diese Unterschiede vergessen, damit wir uns unseres gemeinsamen Menschseins erinnern.

(Victor Gollancz)