28.01.08
Vor drei Jahren hatte das Bundesverfassungsgericht das Verbot allgemeiner Studiengebühren gekippt. Sieben unionsgeführte Bundesländer haben seitdem Gebühren ab dem ersten Semester eingeführt. Die Ungleichheit im deutschen Bildungssystem nehme damit weiter zu, so ver.di-Bundesjugendsekretär Ringo Bischoff. Das zeigten die PISA-Studien in den vergangenen Jahren. Schon jetzt besuchten nur 36 Prozent eines Jahrgangs eine Hochschule. In anderen OECD-Staaten liege dieser Anteil bei 40 Prozent und mehr. Soziale Herkunft, Einkommens- und Vermögensverhältnisse entschieden maßgeblich darüber, ob und wie lange ein junger Mensch studieren kann. Das Grundrecht auf freie und kostenlose Bildung sei nicht mehr gewahrt.
"Bildung funktioniert nicht nach dem Konkurrenzprinzip. Statt Auslese brauchen wir Qualität in der Hochschulbildung", betont Jörg Grünfeld, Vorsitzender der ver.di Jugend. Die Hochschulreformen der vergangenen Jahre hätten die Bildung rein wirtschaftlichen Zielen untergeordnet. Der Ruf nach Qualität in Bildung und Ausbildung sei eine Kernforderung der Gewerkschaftsjugend. Aus diesem Grund unterstütze die ver.di Jugend auch den bundesweiten Aufruf des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren (ABS) und des Bündnisses für Politik- und Meinungsfreiheit (BPM).
Seit dem Wintersemester 2007/2008 müssen Studenten nun auch in Hessen Studiengebühren bezahlen. Trotz der heftigen Proteste dagegen setzte sich die Regierung von Roland Koch mit ihrem Vorhaben durch. Ein Boykott der Gebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester war an mangelnder Beteiligung gescheitert. Jetzt wollen die studentischen Initiativen den Druck im Wahlkampf nutzen, um das Thema wieder auf die Tagesordnung zu setzen. "Wenn eine neue Regierung in Hessen die Gebühren wieder abschafft, wäre das ein erster Schritt hin zu mehr Chancengleichheit und neuen Perspektiven für die junge Generation", so Bischoff in Berlin.





