14.02.08


fzs: Gründe für Studienabbrüche untersuchen und besser Rahmenbedingungen
schaffen


Berlin (fzs). Angesichts der ersten Studienabbruchzahlen in den neuen
Bachelorstudiengängen zieht der freie zusammenschluss von
studentInnenschaften (fzs) eine ernüchternde Bilanz. Der heute
veröffentlichte Report des Hochschul-Informations-Systems weist für
viele Fächer eine höhere Abbruchquote als für die alten Studiengänge
aus. Ursprünglich sollten die neuen, stärker strukturierten
Bachelor-Studiengänge auch zu weniger Studienabbrüchen führen. Für den
fzs sind die Umsetzungsfehler die Hauptursache für die Abbrüche.
"Prüfungsdichte und unflexible Studienorganisation sind die größten
Probleme der Studierenden. Die Bachelorstudiengänge sind voll von
Anwesenheitspflicht und vielerorts völlig verschult", fasst
fzs-Vorstandsmitglied Regina Weber die Probleme zusammen. "Die meisten
Studierenden müssen nebenher arbeiten. Das geht bei einer
40-Stunden-Woche an der Hochschule einfach nicht."

Der fzs sieht sich durch die Zahlen der HIS-Untersuchung bestätigt. Es
hatten vor allem Studierende in den Ingenieurwissenschaften an
Fachhochschulen ihr Studium abgebrochen. "Die soziale Zusammensetzung
der Fächer ist unterschiedlich. In den am meisten betroffenen
Studiengängen studieren viele Studierende aus bildungsfernen Schichten.
Diese Zahlen zeigen, dass der Bachelor einmal mehr die Studierenden
benachteiligt, die es schon durch Job und Studium schwerer haben", fasst
Weber zusammen.

Der fzs betont die Notwendigkeit, die Gründe für die Studienabbrüche
genau zu untersuchen. "Wir kennen viele Gründe für den Studienabbruch:
Finanzielle Sorgen, Überlastung oder falsche Vorstellungen vom Studium.
Ein Studienabbruch macht niemandem Spaß. Es muss alles daran gesetzt
werden, um den Studierenden den Studienerfolg zu ermöglichen", fordert
fzs-Vorstandsmitglied Florian Hillebrand. Dazu zählen für den fzs vor
allem die Rahmenbedingungen des Studiums. "Die Studiengänge müssen noch
einmal reformiert und entschlackt werden, mehr Wahlfreiheit kann das
Studium flexibler machen. Zusätzlich muss auch die finanzielle Situation
besser werden, damit niemand mehr gezwungen ist, jobben zu gehen", so
Hillebrand abschließend.





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(Gaius Cornelius Tacitus (um 55 - nach 115), römischer Historiker und Politiker)