sommercamp, 10.-12. august 2007, marburg/ lahn
Die Einführung allgemeiner Studiengebühren, der Konkurrenzkampf um das Privileg der Elite, die stromlinienförmigen BA/MA Studiengängen sowie die Entdemokratisierung von Hochschulentscheidungsstrukturen und Bildungszugängen sind deutliche Zeichen eines aktuell stattfindenden neoliberalen Umbaus der Hochschulen. Die Umstrukturierung macht auch vor der Wissenschaft nicht Halt: Durch Drittmitteleinwerbung, Qualitätsevaluation und externe Akkreditierung wird wissenschaftliches Arbeiten zunehmend erschwert, der Universitätsbetrieb der Vermittlung von Praxiswissen unterworfen.
Durch die Umstrukturierung verändern sich jedoch nicht nur die Rahmenbedingungen des eigenen Studiums und von Wissenschaft an sich, auch die studentische Interessensvertretung wird durch sie grundlegend in Frage gestellt. Für ein Engagement in der studentischen Selbstverwaltung bleibt in den straffer durchstrukturierten Bachelor/ Master Studiengängen weniger Zeit als zuvor, gleichzeitig werden die Räume insbesondere für linke Hochschulpolitik durch Privatisierung, Entdemokratisierung und die Schließung kritisch reflexiver Wissenschaftsnischen zunehmend eingeschränkt.
Der neoliberalen Umstrukturierung steht eine immer wieder aufflackernde studentische Protestbewegung gegenüber. Diese zeichnet sich einerseits durch kreative und öffentlichkeitswirksame Proteste aus, andererseits gelingt es ihr nur in geringem Maße, dauerhafte und verbindliche Strukturen aufzubauen, Erfahrungen zu tradieren und theoretische Reflektion zu betreiben.
Das Sommercamp bietet den Teilnehmer_innen die Möglichkeit, die bisherigen Proteste zu reflektieren, sich inhaltlich mit den aktuellen Entwicklungen in Hochschulpolitik auseinanderzusetzen, eigene Zielvorstellungen und Gegenstrategien zu entwickeln und vermittelt das notwendige Handwerkszeug um diese auch umzusetzen. Diskutiert werden sollen grundlegende Fragen etwa nach dem politischen Subjekt und dem Ort linker Hochschulpolitik oder den Möglichkeiten und Strategien linker Interventionen in hochschulpolitische Debatten. Nebenbei bleibt Raum für Vernetzung mit anderen hochschulpolitisch Aktiven und nicht zuletzt auch für ein bisschen Sommer Sonne Ponyhof.
Freitag, 10. August 2007:
Samstag, 11. August 2007:
Sonntag, 12. August 2007:
Dies ist die bundesweite Seite der Internetplattform von Uebergebuehr. Uebergebuehr beleuchtet Bildungspolitik kritisch und arbeitet außerparlamentarisch auf ein freies, demokratisches und emanzipatorisches Bildungswesen hin.

Wir wollen uns völlig klar darüber sein, dass der Nationalismus ein Laster ist. Wir meinen mit ‚Nationalismus‘, jede übergebührliche Betonung der Nationalität… Der Nationalismus ist ein Laster, weil er sein Augenmerk auf vergleichsweise belanglose Dinge lenkt… und dabei das Wesentliche übersieht, das einfach darin besteht, dass er (jeder Mensch) ein Mensch ist. (…) Was macht es schon aus, dass ich Englisch spreche und jemand anders Deutsch, dass meine Haut weiß ist und die eines Negers schwarz ist, dass ich Jude bin und mein Nachbar anderen Glaubens… Lasst uns denn im Namen der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes diese Unterschiede vergessen, damit wir uns unseres gemeinsamen Menschseins erinnern.
(Victor Gollancz)