Unis in Unruhe

Die Sorge wächst, mit dem Elitewettbewerb könnte eine Zweiklassengesellschaft entstehen.[weiter]

Seit einigen Jahren ist an deutschen Hochschulen eine Tendenz zum rigiden Leistungsdenken zu verzeichnen. Diese Entwicklung betrifft alle Bereiche des universitären Lebens und reicht von der Verschulung der Lehrveranstaltungen über anwachsende Prüfungsanforderungen bis zur Verkürzung der durchschnittlichen Semesterzahl durch die Einführung von Studiengebühren.[weiter]

Gegenüberstellung der wesentlichen Strömungen in der Bildungspolitik:[weiter]

"Während das Land über Elitehochschulen streitet, werden ganze Fakultäten abgewickelt – in Hörsälen und Seminaren machen sich Angst und Neid breit. "[weiter]

Was hat die geplante Einführung von Studiengebühren mit der Privatisierung des Landesbetriebs Krankenhäuser (LBK) zu tun? Warum werden Studiengebühren eingeführt und was erwartet uns als nächstes? Warum kämpfen gerade in allen Teilen der Welt SchülerInnen, Studierende, Eltern und Lehrende gegen Verschlechterungen im Bildungsbereich?[weiter]

Der offizielle hochschulpolitische Diskurs operiert vorwiegend mit ökonomischen Erfolgskriterien (›Effizienz‹, ›Wettbewerb‹), die per se geschlechtsblind sind. Dabei droht in Vergessenheit zu geraten, dass Frauengleichstellung für Bildungsteilhabe und Wissenschaftskarrieren einst ein eigenständiges Ziel der Bildungsreform war. Sabine Kiel analysiert die ambivalenten Ergebnisse dieser Bemühungen.[weiter]

Werte im Wandel

In der richtigen Dosis ist alles unschädlich. Selbst Gifte wie Arsen sind in kleinen Dosen nicht tatsächlich gefährlich, und ähnlich verhält es sich bei Systemen. Nach dem Ende des real-existierenden Kommunismus nimmt die Kapitalisierung unserer angeblich sozialen Marktwirtschaft immer weiter zu. Das Soziale weicht dabei immer mehr einer ausbeuterischen Verwertungslogik. So wurde in den letzten...[weiter]

Noch existiert sie, die „normale“ deutsche Voll-Universität mit ihrem breiten Fächerangebot, der Verknüpfung von Forschung und Lehre und ihren gleichwertigen, national gültigen Abschlüssen namens Diplom, Magister und Staatsexamen, die auch im Ausland hohes Ansehen genießen.[weiter]

Auf der aktuellen wissenschaftspolitischen Agenda stehen "Eliteuniversitäten", "Exzellenz-Cluster" und "Förderlinien". Die Universitäten und Technische Hochschulen sollen zusätzliche Forschungsmittel bekommen. Löblich. Aber wieso in diesem merkwürdigen Verfahren? Wohl weil politische Erfolge gewünscht werden auf einem Feld, das ansonsten eher düster aussieht.[weiter]


(Dieter Hildebrandt)