Freie Hamburger Hochschule

Ist es normal nur weil alle es tun?

Dumm sein und arbeit haben - das ist das Glück. Mit Wissen ist es ein bisschen wie mit Energie. Es kann nicht verschwinden, nur umgewandelt werden. Während die Umstrukturierungen an europäischen Universitäten im vollen Gange sind, wird allerorts universitäres Wissen gemäß der Sicherung eines nationalen Standorts umdefiniert. So gilt Wissen in den meisten Fachbereichen und im öffentlichen Diskurs heute als das, was eine Chance in der Tretmühle Arbeitsmarkt sichert.

Aber nichtsdestotrotz existieren noch Vorstellungen von Analyse und Kritik des Bestehenden und der notwendigen Forderung nach dem Anderen. Wie können solche Vorstellungen zu Wissen werden? An welchen Orten werden Sie formuliert und aufbewahrt, wenn die offiziellen Wissenschaftsinstitutionen sich verschließen? Tun diese das überhaupt?

Die Freie Hamburger Hochschule

Unter anderem im Angesicht der ‚innovativen' Deformen im Hochschulsektor entstehen seit einigen Jahren alternative Universitäten. Ob in Klagenfurt oder Dresden, ob in Leipzig oder Berlin, ob in Wien oder Hamburg - überall dort wo die Betroffenen die universitären und gesamtgesellschaftlichen Innovationen gar nicht so innovativ finden, nehmen sie ihr Wissen mit und bieten selbstverwaltete Seminare, wissenschaftskritische Vorlesungsreihen oder Bildungscamps an.

In Hamburg gibt es schon seit zwei Jahren eine solche kritische Uni - die Freie Hamburger Hochschule (FHH). Dem Ideal von der Karriere durch Investitionen ins eigene Humankapital wird in dieser freien Universität eine Wissenskategorie entgegengesetzt, die aus der akademischen Analyse Visionen entwickelt. Visionen, die im Gegensatz zur Bierdeckelsteuer dem Wort gerecht werden. Interdisziplinär und ohne Zugangsvoraussetzung bedienen sich Volkswirtschaftstudierende, angehende Lehrerinnen, Philologinnen oder Juristinnen des Wissens, welches kein Standortsicherer mehr gebraucht sehen will. Auch den nicht in der ‚normalen' Universität Eingeschriebenen stehen die Veranstaltungen offen. Die FHH versucht also, einen Raum für kritisches Wissen wie er oben gefordert wird zu schaffen. Die Seminare sind autonom und selbstverwaltet. JedeR kann Themen vorschlagen und die gesammelten Vorschläge erscheinen in unserem eigenen kleinen KVV und auf der Homepage. Natürlich sind die allgemein bekannten -isten ausgeschlossen.

Und nu'?

Wissen ist und schafft Macht. Die Definition was Wissen ist, kann Macht sichern. Neues Wissen bestehende Macht zum Fall bringen. Es heisst weiter oben, dass Wissen nicht verschwinden könne, es kann aber in Vergessenheit geraten. Dann bleibt denen die Macht, die bestimmen was ‚relevantes' Wissen sei. Wir alle haben die Aufgabe ‚das andere' Wissen zu erhalten, damit den neuen Studierenden nicht glaubhaft erzählt werden kann, die Erde sei eine Scheibe. Denn was ist die Aussage "Was dem Markt nützt, nützt allen und alle gesellschaftlichen Bereiche unterstehen den ‚Marktgesetzten'" denn anderes? Also sind alle aufgerufen und herzlich eingeladen sich in der Freien Hamburger Hochschule einzubringen.

Freie Hamburger Hochschule
www.freie-hh.de
freie-hh@web.de


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Die Revolution ist das größte, alles andere ist Quark.

(Rosa Luxemburg)