Gebühren und Kredite

Sobald das Thema Studiengebühren von Seiten der Politik zur Sprache gebracht worden ist, wurde alsbald, zumeist im gleichen Atemzuge von staatlichen Finanzierungssystemen oder aber mindestens erhöhten Beihilfen gesprochen. Diese sollten die Sozialverträglichkeit der Gebühren absichern und es angeblich ermöglichen, dass trotz stark erhöhtem Betrag, der pro Jahr an die Unis zu zahlen ist, niemand von einem Studium abgeschreckt werden sollte.

So ist es nicht zuletzt der unterschiedliche Umgang mit dem Thema Geld und Schulden, der besonders potentielle Studierende aus einkommensschwächeren Elternhäusern abschreckt. Wenn diese bereits die Problematik von Verschuldung und eventuell sogar der Zahlungsunfähigkeit und der damit einhergehenden Belastung vertraut sind, werden sie es sich mehrfach überlegen ein Studium, mit dem eine nicht unerhebliche Verschuldung einher geht, zu beginnen. Wenn diese Entscheidung zugunsten eines Studiums fällt, ist aber immer noch fraglich, ob sie sich auch wirklich für das Fach ihrer Wahl, also jenes entscheiden, welches ihren Interessen und Wünschen entspricht oder eher für eines, bei dem das Risiko, später ohne feste Anstellung da zu stehen, geringer ist. Dieses Szenario ist nicht unrealistisch und zeigt einmal mehr, wie ökonomische Zwänge anstatt Interessen die Studienfachwahl und somit zu einem guten Teil auch den Lebensweg der Menschen bestimmen können. Um zum Thema der Finanzierung der Studiengebühren zurückzukommen: Die aktuelle Situation stellt sich als noch schlechter dar, als es schon zu vermuten wäre.

Denn mittlerweile ist von staatlichen Finanzierungssystemen nicht mehr die Rede. Es soll vielmehr den Privatbanken überlassen werden, welche natürlich andere Interessen als soziale Chancengleichheit und Verwirklichung der menschlichen Interessen im Auge haben. Vielmehr streben sie nach einer Gewinnmaximierung, die mit erstgenannten Idealen nicht in Einklang steht. Die derzeitig geplanten Zinsen der Banken für Studienkredite bewegen sich im Bereich von 5 - 8 % pro Jahr. Hier davon zu sprechen, dass diese potentielle Verschuldung keinen Einfluss auf Entscheidungen und Planungen der Zukunft nimmt, ist in Zeiten, in denen viele Menschen Zukunftsängste haben, geradezu aberwitzig und realitätsfremd.

Diese Entwicklung in Bezug auf die staatlichen Unterstützungssysteme ist aber nicht völlig isoliert zu betrachten. So wird mittlerweile von nicht wenigen Menschen aus der Politik laut darüber nachgedacht, das BAFöG auf ein voll kreditfinanziertes System umzustellen. Diese Maßnahme würde die gesamte Problematik noch verschärfen und die Chance für Studierende aus einkommensschwächeren Verhältnissen noch dramatisieren.

Sascha Köneke, Göttingen


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Die Dummheit der Kommunisten ist kein Argument gegen den Kommunismus

(Ronald Schernikau)