Berufseinstieg wird schwieriger - Studie zur Generation Praktikum

Eine im Februar 2007 erschienene Studie zur Generation Praktikum beschreibt die berufliche Situation von Universitätsabsolventen am Beispiel eines Absolventenjahrgangs der FU Berlin. Anja Willmann, DGB-Jugendbildungsreferentin in Darmstadt, fasst die Ergebnisse zusammen.

Die Zahl der HochschulabsolventInnen, die nach dem Studienabschluss ein oder mehrere Praktika absolvieren, stieg in den vergangenen Jahren auf 37 Prozent. Elf Prozent schließen sogar noch ein zweites Praktikum an, so die alarmierenden Ergebnisse einer im Auftrag der Hans-Böckler Stiftung und der DGB-Jugend erstellten Studie der FU Berlin.

Die Hälfte der PraktikantInnen wird nicht bezahlt. Besonders stark betroffen sind Frauen: 44 Prozent absolvieren nach dem Abschluss mindestens ein Praktikum. Bei den Männern sind es nur 23 Prozent. Frauen leisten deutlich häufiger als Männer zwei Praktika ab und es sind ausschließlich Frauen, die mehr als zwei Praktika nach dem Studium durchlaufen.

Die Häufigkeit der Praktika nach dem Examen hängt auch mit der Studienrichtung zusammen. Überdurchschnittlich verbreitet sind sie bei AbsolventInnen geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlicher Fächer. Praktika sind damit zu einer Form der Übergangsarbeitslosigkeit von HochschulabsolventInnen geworden.

Die DGB-Jugend fordert deshalb eine gesetzliche Definition eines Praktikums sowie eine zeitliche Begrenzung von Praktika auf drei Monate. Praktika sollten mit mindestens 300 Euro im Monat vergütet werden. Für Volontariate und Berufseinstiegsprogramme fordert die DGB-Jugend eine Mindestvergütung von 7,50 Euro pro Stunde.

Die ganze Studie zur Generation Praktikum ist auf der Internetseite www.studentsatwork.org zu finden. Dort hat zudem jeder die Möglichkeit, eigene Erfahrungen mit Praktika mitzuteilen oder selbst Tipps rund um das Thema Praktikum zu erhalten.

Quelle: GEW-Hochschulzeitung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen, Sommersemester 2007)


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